Von globaler Arbeitsteilung und der Frage der Gerechtigkeit

 

Am 18.05.2018 besuchte uns Theresa Pilz von ,,SÜDWIND‘‘. Das Thema war ,,Von der Baumwolle zur Jeans‘‘. Sie erklärte uns, dass sich ihre Organisation mit Fragen der globalen Entwicklungspolitik und der Gerechtigkeit beschäftigt, und schon ging es in 6 Stationen selbständig zur Sache.

 

Wie lange braucht eine Jeans, bis sie bei uns ankommt?

„An dieser Station gingen wir die Produktionskette von der Baumwolle bis zum fertigen Kleidungsstück durch, schauten uns an, in welchen Ländern das jeweils stattfindet und maßen die Kilometer ab.

 Man muss zuerst Baumwolle z.B. in USBEKISTAN anbauen. 3.400 Kilometer weiter:  Danach spinnen Arbeiterinnen in BANGLADESCH Garn daraus. 700 Kilometer weiter: Das Garn färbt man in NORDINDIEN. Nächster Transport 1.400 Kilometer nach SÜDINDIEN: Dort wird der Stoff gewebt.

Der wird 4.600 Kilometer weitertransportiert nach INDONESIEN, wo der Zuschnitt angefertigt wird.

20.000 Kilometer davon entfernt, nämlich in Guatemala, werden die Teile zusammengenäht. 8.600 Kilometer werden die schon fast fertigen Jeans nach PORTUGAL verfrachtet. Dort näht man die Etiketten an. Jetzt kommen die Jeans zum Modegroßhandel nach Wien – 2.300 km. Bis zum Einzelhandelsgeschäft in unserer Nähe sind es nochmals rund 700 km.

Insgesamt ergibt das eine Summe von 42.600 Kilometern.

Das ist so viel wie einmal um die ganze Erde!“

Natalie

 

„Oft kommen Kleidungsstücke von sehr weit her, weil es in anderen Ländern niedrigere Arbeitslöhne gibt. Wir wollen es immer am billigsten kaufen. Die Folge: Lokale Textilfirmen müssen schließen, und damit gibt es auch weniger Arbeitsplätze in der Region. Außerdem benötigen die langen Transportwege bis zum Kunden viel Energie. Das erhöht den CO2-Ausstoß.“

René

 

Akkordarbeit in der Textilindustrie

„Theresa erklärte uns, wie die sogenannte ,,AKKORDARBEIT‘‘ funktioniert, nämlich unter hartem Zeitdruck. Wir probierten es so aus: Wir mussten ca. 40 Stofftücher zuerst in die Hälfte falten, dann nochmal Ecke an Ecke falten, und das in längstens 3 Minuten. Wer in der wirklichen Arbeitswelt zu langsam ist, darf keine Pause machen, nicht auf die Toilette oder nicht nach Hause gehen. Außerdem bekommt man sehr wenig Lohn und man muss sehr viele Stunden in der Woche arbeiten.

Die Akkordarbeit war sehr anstrengend und ich würde es niemand gönnen, einen solchen Beruf zu erlernen.“

Lukas, 2b

 

„Die Station hat mir sehr gut gefallen, wo wir mal ausprobieren durften, wie man aus Baumwolle Fäden zieht. Es war ziemlich schwer, reißfeste und schmale herzubringen, es ging aber einigermaßen.“

Hannah

 

Weitere Meinungen:

  • Mich hat erschreckt, wie hart die Menschen arbeiten müssen, obwohl sie so wenig verdienen.
  • Uns hat gut gefallen, dass wir in Teams arbeiten durften. (8 x genannt)
  • Wir haben viel gelernt auf spielerische Art, und damit lernt man mehr.
  • Mir hat die Station mit den Tastboxen zum Reingreifen am besten gefallen. (2 x genannt)
  • Mich hat überrascht, wie lange der Weg einer Jeans ist. (3 x genannt)
  • Mich hat überrascht, dass die Näherin nur 1 % vom Ganzen bekommt und die anderen viel mehr, obwohl sie die Ware nur transportieren und weiterverkaufen.